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Kapitalbereitstellungsprovision – absurde Kosten bei Buchversand

By am Samstag, Januar 21st, 2017 in SP-Day Blog | 1 Kommentar

dhl

DHL-Rechnung mit „Kapitalbereitstellungsprovision“. Zur größeren Ansicht bitte klicken

Was sich Dienstleister nicht alles einfallen lassen

Schon mal was von „Kapitalbereitsstellungsprovision“ im Rahmen einer Bücherbestellung gehört? Nein? Ich bisher auch nicht.

Ich habe etwa 20 meiner Bücher (Eigenexemplare) bei Create Space bestellt. Da kamen wie gewohnt nicht nur die hohen Versandkosten dazu. Nein, jetzt bekam ich auch eine Rechnung von DHL, die – wie das Begleitschreiben sagt – seit dem ersten Januar 2017 einen neuen Service bietet.

DHL zieht für den deutschen Zoll die Einfuhrumsatzsteuer ein, die ja in Deutschland fällig wird, sobald Waren aus einem Drittland eingeführt werden. Das ist ein normales Zollverfahren. Soweit so gut. Als ich mir dann die Rechnung genau angesehen habe, sind mir fast die Augen aus dem Kopf gefallen.

Neben der Einfuhrumsatzsteuer (EUSt) von 9,15 € erhebt DHL eine „Kapitalbereitstellungsprovision“ von 12,50 €. Die Gebühr fürs Eintreiben der Steuer ist also höher als die Steuer selbst. War es bisher dem Unternehmer selbst übertragen, die Umsatzsteuer zu bezahlen, so wird jetzt also ein anderes Unternehmen damit beauftragt, den Zoll einzutreiben. Das ist praktisch so, als würde jemand ein Inkassobüro beauftragen, eine Rechnung einzutreiben, bevor eine Zahlungsfrist überschritten wurde.

Bisher habe ich weder bei DHL noch beim Zollamt niemand an die Strippe bekommen, der mir das erklären kann. Sobald ich da was rausgefunden habe, werde ich das hier wieder posten oder ergänzen.

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Ergänzung vom 24.01.2016: Mittlerweile hat der Zoll mir mitgeteilt, dass sie mit der Erhebung der „Kapitalbereitstellungsprovision“ nichts zu tun haben, da sei alleine Sache von DHL. Weiter wolle man das nicht kommentieren.

Kapitalbereitstellungsprovision – absurde Kosten bei Buchversand
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    1 Kommentar

  1. Das hat Factoring-Charakter. Da werden Forderungen an Eintreiberunternehmen „verkauft“. Fälligkeiten müssen dazu noch nicht einmal in Verzug sein. Aber irrsinnig ist das schon.

    Rike Moor

    21. Januar 2017

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